Es waren wieder so unglaublich tolle vier Tage mit wenig Schlaf und viel schwitzen, die wir im Shelter verbringen durften.
Dieses Mal waren wir zu acht! Mit uns, Tina, Maria, Katja und Steffi waren außerdem noch Betti vom Little Souls´Home e.V. und Marlit, Leona und Svenja von Seelenkatzen e.V. mit dabei. Viele Hände zum streicheln und helfen. Es war einfach nur richtig schön.
Tag 1 und Tag 6 gingen leider komplett für die An-und Abreise drauf. Vom Flughafen sind es noch ca. 2 1/2 Stunden fahrt bis nach Barlad.
Tag 2 startet sehr früh, wir wollen natrülich etwas vom Tag haben. Luiza und Valy waren bereits vor Ort und begannen sehr früh ihre Arbeit. In den Sommermonaten wird es so heiß, dass man zur Mittagszeit fertig sein möchte. Zur Reinigung werden die Keneltüren geöffnet, deshalb laufen viele Hunde frei herum und begrüßten uns bereits im Eingangsbereich ganz herzlich. Es sind leider auch einige Hunde dabei, die trotz offener Türen ihren Kenel nur sehr selten verlassen. So traurig dieses Leben.
Den ersten Tag im Shelter haben wir damit verbracht einfach durch alle Reihen zu gehen und Zeit mit den Hunden, die besonders offen und menschenbezogen sind zu kuscheln und ihnen einfach etwas Zeit zu schenken. Natürlich waren einige Überraschungen dabei. Hunde von denen wir dachten, sie seien schüchtern, entpuppten sich als Schmusis. Aber auch anders herum. Hunde von denen wir dachten sie wäre ganz offen, waren zwar neugierig und freuten sich sehr über uns, aber wichen eher zurück, wenn man sie streicheln wollte. Diese Einschätzung ist für uns sehr wichtig. Luza und Valy können fast alle Hunde streicheln, doch wir als „Fremde“ werden mit Skepsis begutachtet.
Manche Hunde bellen und springen an den Gittern herum. Doch geht man in ihren Kenel ziehen sie sich zurück oder freuen sich sogar über Streicheleinheiten.
Es war ein sehr schönes Gefühl, die Kenel zu sehen, wo letztes Jahr noch Hunde saßen, die jetzt in Deutschland ein schönes Leben führen. Aber dennoch sind alle Kenel wieder voll besetzt. Es wird nicht leerer, da immer wieder Hunde nachkommen.
Am späten Nachmittag gab es dann endlich die verdiente Dusche. Solange man im Shelter ist, nimmt man den Geruch tatsächlich nicht so wahr. Doch sobald man das Shelter verlässt, stinkt man unerträglich.
Tag 3 haben wir angefangen und auf die Hunde zu konzentrieren, die das Shelter dringend verlassen müssen. Schöne Fotos und Videos zu machen, war bei einigen wirklich schwer. Sie springen und freuen sich so sehr über Aufmerksamkeit. Aber wir haben es glaube ich, sehr gut hinbekommen.
Uns erreichte ein Hilferuf von Veto – eine Dame aus der Stadt fragt nach Hilfe. Sie ist eine Privatperson, die auf ihrem Grundstück 32 Hunde und 43 Katzen aufgenommen hat.
Sie lud uns zu sich nach Hause ein. Auf den Weg etwas abseits bat sich uns ein schreckliches Bild. So viele Straßenhunde, die in den Seitenstraßen leben. Auf den Hauptstrassen sieht man schon sehr viele, aber auf den Nebenstraßen liefen so viele Hunde herum.
Bei der Dame angekommen erzählte sie uns, dass sie bei einem Grundstückskauf betrogen wurde und jetzt hohe Schulden hat. Sie kann die Hunde nicht mehr alleine versorgen. Sie zeigte uns sogar die Unterlagen und alle Papiere der Hunde, die sie aufgenommen hat. Sie möchte die Hunde alle behalten, jeder hat seine eigene traurige Geschichte. Auch die Hund vor dem Grundstück versorgt sie mit Wasser und Futter. Ein trauriges Schicksal. Hungern lassen können wir die Hunde nicht. So bekam sie noch vor Ort Hundefutter von uns und Katzenfutter von den Seelenkatzen. Die Seelenkatzen sorgen außerdem dafür, dass die Katzen vor Ort alle kastriert werden, damit die Population ihrer Katzen eingedämmt werden kann. Ihre Hunde sind zum Glück alle kastriert. Wir unterstützen sie weiterhin mit einer monatlichen Futterspende in Höhe von 50€. Das ist nicht viel, aber besser als nichts.
Tag 4 startete am Supermarkt, denn ihr habt so fleißig für die Hunde aus dem puplic Shelter gespendet, dass wir einen ordentlichen schwung Futter für die armen Seelen kaufen konnten.
Dazu trafen wir uns mit den Mitarbeitern des puplic Shelters damit sie das Futter direkt in ihren Transporter laden können. Diesen Transporter zu sehen macht immer ein mulmiges Gefühl.
Wir standen noch auf dem Parkplatz um die Planung zu besprechen. Vom weiten sahen wir den Welpen, der uns bereits gestern aufgefallen war. Betti rief ihn und er rannte fröhlich auf uns zu und ließ sich ordentlich streicheln. Den kleinen Mann konnten wir nicht da lassen, auch wenn kein Platz mehr im Shelter ist. Er war einfach zu niedlich. Zum Glück sagte Luiza sofort „yes, you can catch him“. Er bekam den schönen Namen Eddie (Eddie durfte bereits ausreisen und ist glücklich mit seiner neuen Familie).
Danach fuhren wir noch in den Baumarkt um neue Wassereimer und Pools für die Hunde zu kaufen um anschließend direkt ins Shelter zu fahren. Der Plan für heute war: Fotos von allen Hunden zu machen, damit auch die schüchternen Hunde eine Chance bekommen. Mit acht Leuten, aufgeteilt in 2-er Teams, bewaffnet mit der Kenelliste haben wir es an diesem Tag geschafft, Fotos von allen Hunden zu machen. Ein tolles Gefühl.
Auch stand nun der Besuch des Public Shelters an. Mit Bauchschmerzen gingen wir in die Hölle… Wohl wissend, dass vor knapp 2 Wochen ca. 100 Hunde illegal getötet wurden und wir aktuell keinen Platz haben, um Hunde aus dieser Hölle mitzunehmen. Im letzten Jahr bot sich ein Bild der Überfüllung- dieses Mal waren die Kenel im Verhältnis leer. Sogar 4 komplett leere Kenel gab es. So freundliche Hunde, die an die Gitter kamen und sich streicheln ließen. So viele Welpen und Junghunde. Einfach schrecklich und man fühlt sich so hilflos.
(Stand August: Aktuell werden noch immer keine Hunde herausgegeben. Durch die illegale Tötung Ende Juni steht ein Verfahren aus. Tierschützer streiten sich mit den Betreiber und so verweigert der Betreiber weiterhin den Besuch des public Shelters. So wie es aussieht waren wir bis jetzt die Letzen, die das public Shelter betreten durften).
Nach dem Besuch mussten wir wieder was fürs Herz machen. So besuchten wir noch Flori und anschließend Nadja, zweit tolle Frauen, die sich auch liebevoll um Hunde und Katzen kümmern.
Nach dem Abendessen waren wir einfach k.o. So viele Eindrücke, die verarbeitet werden müssen. Was will man am letzten Tag noch machen?
Der letzte Tag begann wieder früh. Der erste Gang ging zum Supermarkt um nochmals einen Schwung Futter zu kaufen. Leider ging es Luiza an diesem Tag nicht so gut. Deshalb packten alle fleißig mit an. Gemeinsam ist man stark. Auch wenn es sehr heiß war, beschlossen wir etwas länger im Shelter zu bleiben und begannen Luiza bei dem Neuschreiben der Kenellisten zu helfen. Mittlerweile waren die Listen an den Keneltüren nicht mehr aktuell. Hunde sind ausgereist, neue Hunde sind hinzugekommen oder in einen anderen Kenel gezogen. Luiza hat sich sehr gefreut. Das kostet sehr viel Zeit über 50 Schilder neu zu schreiben.
Am Nachmittag besuchten wir noch Luiza zu Hause. Bei ihr zuhause leben nicht nur ihre eigene Hündin Paula, sondern auch Bailey und 2 Welpen sowie einige Katzen.
Luiza und Valy haben ein großes Herz. Ein Welpe stammt aus dem public Shelter. Sie war so klein und dünn und hätte es nicht überlebt. Jetzt sieht sie schon richtig gut aus und darf sich bald auch auf die Suche nach einer Pflegestelle machen. Der andere Welpe wurde auf der Strasse angefahren. Er hat ein gebrochenes Bein, dass operiert wurde. Er hat noch einen Fixateur, deshalb muss er sich schonen. Er darf ab September ausreisen. Beide leben aktuell im Katzenzimmer.
Noch immer haben wir etwas Geld über, dass ihr so fleißig gespendet habt. Heißt nochmals zum Supermarkt und nochmal ordentlich Feuchtfutter für die Welpen kaufen.
Am letzten Abend wird man immer etwas wehmütig. Eigentlich möchte man noch so viel machen.
Die Zeit rennt einfach so. Morgens mussten wir wieder früh aufstehen. Wir trafen uns nochmal mit Luiza und Valy um uns zu verabschieden. Auf dem Weg vom Hotel zum Auto verfolgte uns ein älterer kleiner Hund. So freundlich und am liebsten hätten wir ihn auch mitgenommen. Das ist so ein schlimmes Gefühl. Er stand an unserem Auto und wir hatten nichts mehr zu essen für ihn. Der kleine Kerl hat sich auch in unsere Köpfe gebrand. Hoffentlich geht es ihm gut.
Auf dem Weg zum Flughafen waren wir nochmals ganz still. Auf der Landstrasse sahen wir 2 überfahrene Hunde, 1 Katze und 1 Igel. Was ist da nur los? Warum ändert sich nichts? Wir haben das Gefühl zum letzen Jahr sind noch mehr Hunde dazugekommen. -Das bleibt ja auch nicht aus, wenn der Bürgermeister sich gegen Kastrationen ausspricht. Es könnte alles so einfach sein!
Dieses hilflose Gefühl. Wie fühlt es sich für die Tierschützer vor Ort an, die das jeden Tag sehen?
Hoffnung ist das Einzige – Hoffnung auf Neuwahlen – Hoffnung auf einen neuen Bürgermeister, der sich für die Hunde/Menschen in Barlad interessiert und endlich kastrieren lässt! Ohne das, können wir nichts erreichen, so gerne wie wir das auch möchten. Unsere Arbeit vor Ort ist nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Natürlich sehe es ohne die Tierschützer, die bereits kastrieren und helfen noch schlimmer aus. Aber von unserem Gefühl her, hat sich die Zahl der Strassenhunde, die wir dieses Jahr gesehen haben verdoppelt!
Wir machen weiter, denn wir geben die Hoffnung noch nicht auf. Und jedem Hund, dem wir helfen können, ist ein Hund der nicht mehr leiden muss.
Im allem sind wir sehr stolz, was wir als so kleiner Verein schon geleistet haben und wir freuen uns schon auf unseren nächsten Besuch.























































































































































































































































